Schlauchboot/RIB

Reparatur von Schlauchboot und RIB

Leck orten, Kleber für PVC und Hypalon wählen und einen dauerhaften Flicken auf dem Schlauchboot aufbringen.

Die Superyacht Lady Lau in Bonifacio

Der erste Schritt ist, das Material der Hülle zu bestimmen, denn davon hängen Kleber und Verfahren ab. Schlauchboote werden aus PVC gefertigt (günstiger, verschweißt, weniger beständig gegen UV und hohe Temperaturen) oder aus CSM/Hypalon auf Neoprenbasis (teurer, geklebt, in Sonne und Hitze deutlich haltbarer). Hypalon hat eine matte, gummiartige Oberfläche, PVC ist glatter und glänzend. PVC-Kleber auf Hypalon zu verwenden — oder umgekehrt — endet damit, dass sich der Flicken löst.

Suchen Sie das Leck, nachdem die Kammer auf Betriebsdruck aufgepumpt ist. Sprühen Sie verdächtige Stellen mit Seifenwasser oder Spülmittel ein — aus einem Leck treten Blasen aus. Prüfen Sie besonders Nähte, Ventile, die Befestigungen der Griffe und den Boden im Bereich des Spiegels. Ventile sind oft die Quelle des Luftverlusts — prüfen und ziehen Sie vor dem Kleben den Ventilkern mit dem Serviceschlüssel nach, denn manchmal löst das schon das Problem ohne Flicken.

Kleine Einstiche bis etwa 3 mm lassen sich allein mit Kleber oder einem kleinen runden Flicken reparieren. Größere Risse verlangen einen Flicken aus demselben Material wie das Gewebe, oval oder rund mit abgerundeten Ecken und mindestens 3–4 cm Überstand rings um den Schaden. Scharfe Ecken eines Flickens lösen sich zuerst, deshalb Rechtecke vermeiden. Bei einem langen Riss lohnt sich ein innerer und ein äußerer Flicken.

Die Oberflächenvorbereitung entscheidet über die Haltbarkeit. Entfetten Sie Hülle und Flicken mit dem vorgesehenen Reiniger (MEK/Aceton nach Vorgabe des Kleberherstellers) und mattieren Sie Hypalon zusätzlich leicht mit feinem Schleifpapier, um die Oberfläche zu aktivieren. Arbeiten Sie bei etwa 18–25 °C, bei niedriger Luftfeuchte und ohne direkte Sonne — Kleben in Kälte oder Feuchtigkeit härtet nicht richtig aus. Zweikomponentenkleber (mit Härter) sind deutlich haltbarer als Einkomponentenkleber.

Tragen Sie den Kleber dünn auf beide Flächen auf und halten Sie sich an die offene Zeit des jeweiligen Produkts. Üblich sind 2–3 dünne Schichten mit Ablüftzeit für das Lösemittel dazwischen; gefügt wird, wenn der Kleber grifftrocken ist (Kontaktklebung). Drücken Sie den Flicken kräftig mit einer Rolle von der Mitte nach außen an und treiben Sie dabei die Luftblasen heraus. Vollständiges Aushärten und Aufpumpen erst nach der vom Hersteller empfohlenen Zeit, meist 24–72 h.

Pumpen Sie die Kammer nach der Reparatur auf und wiederholen Sie den Seifentest, um die Dichtheit zu bestätigen. Beobachten Sie die reparierte Stelle einige Tage. Zur Vorbeugung: Pumpen Sie das Schlauchboot bei Hitze nicht zu prall auf (der Druck steigt mit der Temperatur, eine Naht kann aufgehen), schützen Sie die Hülle mit einer Persenning vor UV und waschen Sie nach jedem Einsatz das Salz ab. PVC ist besonders empfindlich gegen dauerhafte Erwärmung und UV-Strahlung.

Bei schwereren Schäden — langen Rissen, aufgegangenen Werksnähten, Schäden am Spiegel — sollten Sie eine Fachwerkstatt in Betracht ziehen, denn das erfordert Erfahrung und klimatisierte Bedingungen. Verwenden Sie stets die vom Bootshersteller empfohlenen Reparatursätze und Kleber (z. B. Zodiac, Plastimo, Bombard). Halten Sie an Bord ein Grundset bereit: Flicken, Kleber, Reiniger und Ventilschlüssel. Die schnelle Reparatur eines kleinen Einstichs unterwegs rettet den Törn.

Materialpreise — Produkte und Varianten

Richtpreise in EUR (brutto), Stand Juli 2026. Die Produkte sind in Europa allgemein erhältlich; die Preise hängen von Händler, Gebinde und Verbrauch ab. Die Links führen zu Beispielshops mit Versand in der gesamten EU.

Zweikomponentenkleber für PVC
Kleber für Hypalon / CSM (Neopren)
Reparatursätze und Flicken
Reiniger, Entfetter und Vorbereitung
Werkzeug und Zubehör

Preisquellen: svb24.com, compass24.com sowie die Seiten der Hersteller (Polymarine, Yachticon, Plastimo). Preise sind Richtwerte — aktuelle beim Händler prüfen.

Empfohlene Materialien und Quellen