Motor

Wartung des Außenborders

Spülen, Öl- und Kerzenwechsel sowie Konservierung des Außenborders Schritt für Schritt.

Der Innenbordmotor eines Bestattungsbootes in Venedig

Ein Außenborder verbringt sein Leben in der denkbar härtesten Umgebung — zwischen Salzwasser, Feuchtigkeit und Vibrationen. Regelmäßige Wartung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Zuverlässigkeit und Sicherheit auf dem Wasser. Die meisten Ausfälle entstehen durch ein vernachlässigtes Kühlsystem und alten Kraftstoff. Beginnen Sie den Wartungsplan mit der Betriebsanleitung des konkreten Modells, denn die Intervalle unterscheiden sich zwischen Herstellern sowie zwischen Zwei- und Viertaktversionen.

Nach jeder Fahrt im Salzwasser muss der Motor mit sauberem Süßwasser gespült werden. Am bequemsten sind sogenannte Muffen über dem Kühlwassereinlass oder ein eigener Spülanschluss, sofern der Motor einen hat. Wir lassen den Motor 5–10 Minuten im Leerlauf laufen und beobachten den Kontrollstrahl (Tell-Tale) — bleibt er aus, ist das System verstopft oder der Pumpenimpeller verschlissen. Das Spülen entfernt Salz und Ablagerungen, die sonst in den Kühlkanälen auskristallisieren und zur Überhitzung führen.

Der Impeller der Wasserpumpe ist ein Verschleißteil — die Gummiflügel verlieren ihre Elastizität und reißen. Bei Motoren im Seebetrieb tauschen wir ihn meist jede Saison oder alle 100 Betriebsstunden, vorsorglich immer dann, wenn der Kontrollstrahl schwächer wird. Beim Wechsel prüfen wir den Zustand der Verschleißplatte und des Gehäuses und montieren die Flügel in Drehrichtung gebogen. Denken Sie daran, die Teile des alten Impellers zu zählen — abgebrochene Stücke können die Thermostatkanäle blockieren.

Das Öl im Viertaktmotor wechseln wir nach Vorgabe, meist alle 100 Stunden oder einmal pro Saison, mit Öl nach der Spezifikation FC-W (NMMA) für Bootsmotoren. Auch das Öl im Getriebe (Antriebsfuß) wird gewechselt — eine milchige, helle Farbe des Getriebeöls zeigt, dass durch beschädigte Simmerringe Wasser eindringt, was vor der nächsten Fahrt repariert werden muss. Ölfilter und Kraftstofffilter (samt Wasserabscheider) tauschen wir zusammen mit dem Öl. Bei Zweitaktern achten wir auf die Qualität des Gemischöls oder der Zumessung.

Die Zündkerzen beurteilen wir nach Belag und Farbe des Isolators und stellen den Elektrodenabstand nach Anleitung ein. Zinkanoden (oder Magnesium im Süßwasser) schützen den Motor vor galvanischer Korrosion — wir tauschen sie, wenn etwa die Hälfte des Materials verbraucht ist. Wir sehen uns auch den Propeller an, entfernen um die Welle gewickelte Schnüre und prüfen Mutter und Splint. Die Schmierstellen (Gelenke, Trimmmechanismus, Propellerwelle) fetten wir mit wasserfestem Marinefett.

Vor dem Einwintern führen wir eine Langzeitkonservierung durch: Kraftstoff entleeren oder stabilisieren, den Brennraum mit Konservierungsöl (Fogging Oil) einnebeln und das Kühlsystem vollständig entwässern, damit es nicht von gefrierendem Wasser gesprengt wird. Der Motor wird stehend gelagert, damit das Wasser aus dem Antriebsfuß läuft. Die Batterie klemmen wir ab und laden sie regelmäßig nach. Im Frühjahr kehren wir die Prozedur um: Kraftstoff prüfen, Batterie laden und einen Probestart mit Spülung durchführen.

Bei der Arbeit halten wir stets den Arbeitsschutz ein: Starten Sie den Motor niemals ohne Kühlwasserzufuhr (nicht einmal für Sekunden), denn der Pumpenimpeller wird beim Trockenlauf zerstört. Arbeiten Sie an einem gut belüfteten Platz fern von Zündquellen und entfernen Sie verschütteten Kraftstoff sofort. Ziehen Sie vor Arbeiten am Propeller die Zündkerzenstecker ab, um einen ungewollten Start auszuschließen. Altöl und Filter geben wir an einer Sammelstelle ab — sie ins Wasser zu kippen ist eine Umweltstraftat.

Materialpreise — Produkte und Varianten

Richtpreise in EUR (brutto), Stand Juli 2026. Die Produkte sind in Europa allgemein erhältlich; die Preise hängen von Händler, Gebinde und Verbrauch ab. Die Links führen zu Beispielshops mit Versand in der gesamten EU.

Marine-Motoröl (Viertakt FC-W) und Zweitakt-Gemischöl
Getriebeöl für den Antriebsfuß + Dichtscheiben
Impeller der Wasserpumpe mit Dichtungen
Ölfilter + Kraftstofffilter / Abscheider
Zündkerzen + Fühlerlehre
Zink- / Magnesiumanoden
Wasserfestes Fett + Konservierungsspray (Fogging Oil)
Spülmuffe + Kraftstoffstabilisator

Empfohlene Materialien und Quellen